Londons Beste

18 Dezember 2006

Natuerlich geht es nicht um die Besten, sondern nur um meine Favoriten. Aber es sind zumindest gut getesteste Tipps zum Essen, Trinken, Leben in London. Und als Dankeschoen an alle, die hier mit gelesen haben, sogar als PDF zum Ausdrucken, Mitnehmen und Hinreisen (einfach auf das kleine Bild klicken):

besteprint.jpg

Die besten Schuhe um die Stadt zu durchschreiten: Wahrscheinlich diese Paul Smith Schuhe, die den Stadtplan auf der Sohle haben.
londonshoes.jpg

Der beste Stadtplan:
Wenn man ihn nicht an den Fuessen traegt, dann sollte er handlich in jede Tasche passen, deshalb London A to Z

Das beste Notizbuch:
Moleskine-London

moleskine.png

Der beste Stadtteil:
Shoreditch

Die beste Zeitung:
Der Guardian, montags mit sehr tollem Medienteil, am Wochenende gerne mal mit Tierwelt-Stickern (hier Meer dazu) und dem guide genannten Ausgehmagazin, billiger aber nicht schlechter als das Time out.

Der beste Bus: Route 243, Wood Green – Tottenham – Stamford Hill – Dalston – Shoreditch – Holborn – Waterloo

Der beste Supermarkt:
Tesco – allerdings nicht aus Qualitaetsgruenden, sondern aus Gewohnheit.

Der beste Ort, um ein Bier im Sitzen zu trinken:
Bar Prague, 6 Kingsland Road

Der beste Ort, um ein Bier im Stehen zu trinken:
Dreambags and Jaguar Shoes, 34 – 36 Kingsland Road
cimg0381.JPG

Der beste Ort, um ein Bier zu trinken und dabei fast tanzend rumzuwippen:
The Catch Bar, 22 Kingsland Road
catch.jpg

Bester Club mit angeschlossenem Restaurant:
Favela Chic, 91 – 93 Great Eastern Street

Bester Club, wenn man einen Anzug traegt (oder den Besitzer kennt):
Tabernacle Bar, 55-61 Tabernacle Street

Bestes, weil wichtigstes Wort:
Cheers (abends und nachts), tagsueber eher Sorry

Beste Formel:
Durch zwei mal drei. Sorgt fuer ein Drittel Aufschlag auf den ohnenhin schon hohen Preis, rechnet also die Pfund-Angaben in Euro um. Uff.

Das beste Fruehstueck:
Macondo, 8&9 Hoxton Square
fruehstueck.jpg

Der beste Bagel:
Sie schreiben es Beigel und sollen sich weiter drueber streiten, welcher der beiden Shops in der Brick Lane besser ist: der Beigel Bake (hier ein tolles Foto anschauen) oder der Beigel Shop. Ich fand beide gut, kannte ja auch die Adresse: 155 bzw. 159 Brick Lane
beigelfoto.jpg

Der beste Vietnamese:
Cay Tre, 301 Old Street
„The speciality of the house, cha ca la vong (sliced monkfish with fennel and dill, marinated in galangal and saffron), was fried at the table for us by the friendly, helpful waitress.“

Der beste Italiener
Ist Brite und staendig im Fernsehen. Jamie Olivers 15 (Westland Place) ist trotzdem nett

Der beste Ort fuer bayerisches Heimweh:
Braucht man wirklich nicht. Wenn doch Bavarian Beerhouse (190 City Road) oder TirolerHut (27 Westbourne Grove)

Der beste Ort fuer kleine Konzerte:
Dublin Castle, 94 Parkway Camden

Der beste Ort fuer grosse Konzerte:
Brixton Academy, 211 Stockwell Road

wearescientists.jpg

Der beste (weil vermutlich einzige) Ort um Tickets zu kaufen:
Stargreen am Oxford Circus

Das beste Kino:
Rich Mix, 35-47 Bethnal Green Road
top_banner.jpg

Das beste Museum:
Tate Modern, Bankside

Der beste Fussball-Verein: Queens Park Rangers.

Der beste Friseur:
Tommy Guns 49 Charlotte Road

Der beste Einrichtungs-Laden:
Do-Shop, 47 Beak Street

Der beste Kuchen:
Maison Bertaux, 28 Greek Street Soho

Der beste Wochenend-Markt:
Spitalfieldsmarket (near Liverpool Street) und anschliessend Columbia Flower Market, Columbia Road

Das zumindest am besten gelegene Hotel:
St Gregory, 100 Shoreditch High Street

Der beste Song ueber London: das sollen andere entscheiden. Hier ist eine Uebersicht ueber Lieder ueber die Stadt.


Auf Wiedersehen – im CCTV

15 Dezember 2006

Fast vorbei. Und vielleicht auch ganz gut. Zum Abschluss der letzten Woche ein paar Gruende, warum es trotz allem Zeit wird, dass ich London wieder verlasse:

- Es gibt diese Sache mit Xen in Kurzmitteilungen (Text), die ich nicht verstehe und in die ich mich jetzt auch nicht mehr einarbeiten will. Manch einer textet ans Ende seiner Mitteilungen ein X. Das bedeutet wohl was Nettes, so wie eine Umarmung oder so. Diese Xe kann man aber auch noch steigern. Drei davon bedeuten – angeblich – I (1) Love (2) You (3). Das verwirrt mich zu sehr – denn wenn ich mich recht erinnere, erhielt ich unlaengst eine SMS mit drei Xen von meinem Mitbewohner.

Lily Allen und der weibliche Britpop ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen.

- Der Aufzug in meinem Haus (sechster Stock) spricht schon wieder nicht mehr mit mir, er ist kaputt.

- Ich will mal wieder einfach so ein ü tippen. Und noch eins ü, einfach so.

- Ein dicker Mann ist ausgerutscht und musste mit einem Kran wieder aufgestellt werden.

- Ein betrunkener Mann hat sich zum Schlafen auf die Eisenbahnschienen gelegt.

311032381_a906c529d6_m.jpg

- In den neueren Bussen gibt es Fernseher. Dort laueft (wie im Berliner Fenster) merkwuerdige Werbung. Vor allem fuer Fernreisen (muede Menschen sollen sich weit weg trauemen koennen), aber dann und wann schaltet der Fernseher auch auf CCTV, dann kann man sich selber (und seine Mitfahrer) sehen. Im Bild der Ueberwachungskameras. Das ist echt spooky (gruselig)

- Ich sag immer noch reflexartig „no problem“ wenn ich „no worries„, also „kein Problem“ meine. Das nennt man dann „I am dead loss“ (laut dict.cc: bei mir sind Hopfen und Malz verloren)

- Und ueberhaupt: Mein Geld ist jetzt alle. (dazu den Money Song von Team9 anhoeren).

Vokabeln der Woche: glib (schlagfertig), hustle and bustle (hektisches Treiben), horrendous (entsetzlich), tweezers (Pinzette), pencil sharpener (Bleistiftanspitzer), candlebra (Kerzenstaender), fraud (Betrueger), swaying (Auf und Ab), ague (Schuettelfrost)

P.S.: Das Bild daoben stammt natuerlich von Banksy


Konzentriert merken

13 Dezember 2006

Was ich auf jeden Fall nicht vergessen darf: wie erfreulich und tatsaechlich in einer Form erfuellend es ist, einfach so zwei Stunden am Stueck konzentiert an einem Text schreiben zu koennen.


Essen, Britpop und der Standard

9 Dezember 2006

Die letzte Woche beginnt doch das Lernen hoert nicht auf.

Aufgrund des Konkurrenzkampfes der Umsonst-Zeitungen an Londoner U-Bahnen sind die Verkauefer des Evening Standards manchmal etwas unterbeschaeftigt. Die Schrift auf ihren merkwuerdigen Schildern ist aber besonders – mir jedenfalls gefaellt sie sehr.

diana.jpg

Deutsche in London sind doof. In grossen Gruppen bestaetigt findet man das uebrigens im Bavarian Beerhouse. Der Meatloaf Bavarian-style dort ist weit besser als die Anzugtraeger dort nett sind.

Noch etwas besser schmeckt es ja tatsaechlich beim Pret a manger, dem Sandwichladen, der mindestens so oft gelobt wurde, wie er Filialen in London hat. Tatsaechlich gut. Besser als Wagamama.

pret.jpg

Haeufiger als die „Mind the gap“-Durchsage ist derzeit uebrigens der etwas nervige Oystercard-Hinweis, dass man selbige korrekt benutzen soll „if you don’t touch in“.

Wenn die wunderbaren Ripchord in London spielen, interessiert das nicht mal sechs Leute. So geschehen am Montag abend am Hoxton Square. Dabei sind die echt toll (hier anhoeren). Aber wahrscheinlich gibt es hier einfach zu viele Britpopbands als dass diese jungen Musiker weit mehr als sechs Zuschauer bewegen koennten, an einem Montag auszugehen.

Wenn sie mal bekannt werden, kann ich aber sagen, ich kannte sie schon, als sie noch total unbekannt waren.

Leider ziemlich doof ist uebrigens der Portobello Road Market, da gibt es echt schoenere Maerkte in der Stadt.

Sehr schoen ist dafuer der Holland Park, mit sehr netten Eichhoernchen.

Schon heute merken, um sich in drei Wochen dran zu erinnern: ein taegliches Londonfoto bei London Daily Photo.

Uebrigens: Der Erfinder der Million Dollar Homepage ist zurueck. Er lebt jetzt in London, was er als naechste vorhat, steht hier.

Vokabeln der Woche: revoling door (Drehtuer), dole (Arbeitslosengeld), Brussels sprouts (Rosenkohl), meatloaf (Leberkaese), habe ausserdem gelernt, was ein Chav ist.


Treppen, Fuechse und Design

1 Dezember 2006

Two weeks left. But still learning. Meine Liste fuer diese Woche

cimg0310.JPGcimg0315.JPGcimg0139.JPG

- Das Grosse an einer Grossstadt hat nicht nur Nachteile. Zwar muss man sich staendig in ueberfuellte U-Bahnen quetschen, aber man erlebt auch den tollen Moment, wenn auf einen Schlag eine Bahnhofshalle zur Tanzflaeche wird.

- Trotz aller Groesse, trifft man hier nachts auf der Strasse durchaus noch wilde Tiere. Donnerstag nacht in Shoreditch haben wir jedenfalls einen Fuchs gesehen.

- Fox ist – habe ich dabei gelernt – ein durchaus gebraeuchlicher Ausdruck, um einen attraktiven Jungen zu beschreiben.

- Der Song „Lock Up Your Daughter“ von Ripchord ist ganz grossartig – mit der schoenen Textzeile „your are much prettier than any girl i know from london town“!

- Im Video dazu kann man uebrigens die Geste umgedrehtes Victory-Zeichen mit Zeige- und Mittelfinger sehen. Eine britische Abwertungsgeste, die – so wurde wir gesagt – aus irgendeinem Krieg gegen Frankreich stammt und soviele heisst wie: Schau her ich habe noch beide Finger und du kannst mich mal. Den Franzosen wurden naemlich angeblich die Finger abgehackt, damit sie nicht mehr Bogen schiessen konnte.

- Mittlerweile bin ich mir sicher, die durchschnittliche englische Treppenstufe ist hoeher als eine deutsche. Sowohl in der Arbeit als auch in dem Haus, in dem ich wohne ist mir das aufgefallen. Das kann kein Zufall sein.

- Zum Friseur gehen, ist gar nicht anders als in Deutschland. Man muss sich nur drauf einstellen, dass Pete Doherty, Lady Sovereign oder Franz Ferdinand auch dorthin gehen.

- Bill Drummond ist super.

- Es gibt in englischen Zeitungen einen eigentuemlichen Umgang mit Anfuehrungszeichen. Nicht nur, dass sie hier alle nicht in der Lage sind, sie an den Fuss einer Zeile zu druecken. Viel wichtiger: Zitate, die mit am Ende eines Absatzes enden, werden nicht geschlossen. Wenn der Zitierte mit dem Beginn des neuen Absatzes aber weiterredet, bekommt er dort neue Anfuehrungszeichen.

-Ein toller Film ueber eine weitere britische Angewohnheit ist der sehenswerte Starter for Ten. Es geht ums Quizen.

- Die East London Design Show dagegen ist nicht so toll. Die Shoreditch Townhall, in der sie abgehalten wurde, hingegen schon.

Vokabeln der Woche: come clean (auspacken), fuchsia (Fuchsie), rumor mill (Geruechtekueche), receding hairline (Geheimratsecke), litmus test (Lackmus Test) tosser (Sauefer), levity (Leichtsinn), ripple (plaetschern), the devil takes the hindmost (den Letzten beissen die Hunde), vulpine (Fuchs)


wikistatistik

9 Oktober 2006